Frühstück, weiter schlafen

Frühstück, weiter schlafen

An den letzten drei Morgen hat mich Duna zwischen sechs und halb sieben aus dem Bett geholt. Sie hatte drei Tage lang wieder Durchfall, nicht sehr schlimm, aber fast flüssig. Da wir beim Futter keine Experimente mehr machen, kann es daran nicht liegen. Ich vermute, sie sammelt sich die Infektionen auf der Straße auf, sie kann es immer noch nicht lassen, mal hier oder dort etwas zu fressen. Zwar ist es weniger geworden, doch noch nicht bei Null. Seit gestern Abend ist wieder alles normal und wir sind heute erst um Viertel nach acht aufgestanden. Nachdem sie wieder die letzte halbe Stunde an mich gekuschelt im Bett lag. Zum Glück haben wir mittlerweile die Praxispackung Dia Tabs im Regal.

So ist unser Urlaub etwas in die Ferne gerückt, eventuell, falls Deutschland im August in der britischen Risikoliste in den grünen Abschnitt rutscht, fahren wir im September ein oder zwei Wochen in die South Downs oder Cotswold Hills. Ansonsten mal weiter sehen und in Deutschland bleiben, eventuell kommen noch die Niederlande in Betracht. Oder der Urlaub fällt in diesem Jahr aus. Schließlich wohnen wir dort, wo andere Leute Urlaub machen. Wenigstens hat sich das Wetter etwas gebessert und wir haben die ersten längeren Touren gemacht. Etwas wärmer darf es noch werden.

In der Theorie ja, aber …

Neues Auto-Körbchen, sehr gemütlich

Neues Auto-Körbchen, sehr gemütlich

Was ich mittlerweile so in Büchern gelesen und in Videos gesehen habe, ist graue Theorie. Gerade in YouTube und Facebook werben Hundetrainer und auch Trainerinnen mit den todsicheren Erziehungstricks. Sei es Rückruf, Leinenführung oder Gepöbel gegenüber anderen Hunden. Bei Duna funktioniert das alles nicht. Allein unserer Trainerin Susanne Schnapp muss ich zugestehen, dass der Rückruf mit Pfeife in 99% der Fälle funktioniert hat, wie wir es geübt haben. Auf der anderen Seite macht Duna Sachen bereitwillig, an der nach persönlichem Eindruck andere Hundemenschen scheitern. Als wir gestern in der Paderborner Fußgängerzone unterwegs waren, ist Duna bis auf ganz leichte Signale über die Leine perfekt bei Fuß gegangen. Sie liegt auch nicht mehr hinter der Wohnungstür, wenn ich mal im Keller bin oder zum Briefkasten, wie früher. Sie macht nichts kaputt, ist, wie ich in den letzten Tagen sehen durfte, perfekt sauber, meldet sich, wenn sie raus muss. Vor dem Supermarkt oder Bioladen liegt sie friedlich und wartet, sie kläfft niemanden an. Kleine Hunde werden inzwischen auf der Straße ignoriert, nur wenn die Gegenseite pöbelt, reagiert Duna auch.

Ich tendiere dazu, ihre Macken und Unarten zu ernst zu nehmen, zu negativ zu sehen. Allein ihre Freundlichkeit zu Kindern ist Gold wert, inzwischen kennen einige Kinder hier im Dorf Duna und finden es toll, wenn sie abgeschlabbert werden. Selbst ein ganz kleines Mädchen, das erst Angst vor ihr hatte, freut sich jetzt, wenn wir uns begegnen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Duna nach jemandem schnappen würde oder sogar beißen. Eher das Gegenteil, sie muss alle Leute freudig begrüßen. Wenn ich mitbekomme, dass Hunde in vorbeifahrenden Autos geifernd und aggressiv nach uns kläffen, bin ich auf Duna ziemlich stolz. Es hat sich viel getan in der Zeit seit Oktober 2020, und der Weg hat ja erst angefangen.

Heute Morgen Termin beim Tierarzt. Impfen und Leishmaniose-Status: 157 Euro. Neues Medikament gegen die Leishmaniose: 53 Euro. Nächste Woche kommt der Osteopath noch einmal: 60 Euro. So viel zu dem, was so ein Haustier kostet. Ist aber meistens so bei Hunden aus dem Tierschutz, gerade aus südlichen Ländern.

Wenigstens hat sich das Wetter heute wieder etwas freundlicher gezeigt, nachdem in den letzten Wochen das Thermometer kaum über 12 Grad kletterte. Nach der Tour mit Julia am Sonntag nach regenreichen Tagen waren wir ziemlich eingesaut. Aber morgen soll mit dem freundlichen Wetter schon wieder Ende sein. Doch der richtige Frühling zeigt sich schon, es ist wieder grün und die vielen Wildblumen duften vor sich hin.

Das Almetal nun in Grün

Das Almetal nun in Grün

Einer von Duna Lieblingsplätzen

Einer von Duna Lieblingsplätzen

Eindeutig Frühling

Eindeutig Frühling

Auch hier unten wieder alles grün

Auch hier unten wieder alles grün

Duna liebt neuerdings Mauern

Duna liebt neuerdings Mauern

Die Mauern des Burghügels sind echte Biotope

Die Mauern des Burghügels sind echte Biotope

Schleichende Veränderungen

Duna zieht nicht mehr so viel, läuft nicht mehr so oft zurück, schaut mich immer öfter unterwegs an. Meistens, um ein Fruitee zu bekommen. Oder um die Straßenseite zu wechseln. Inzwischen lasse ich die Leine ab und zu einfach los und sie stöbert allein irgendwo herum, wie heute am alten Wehr, das obere mittlere Bild. Natürlich nur, wenn keine anderen Hunde in der Nähe sind, oder kleine Kinder, oder kleine Hunde. Das Verhältnis zwischen uns wird vertrauter, bekommt mehr Boden unter den Pfoten. Und es verändert sich in jeder Woche.

Die Idee mit einem Tag HuTa in der Woche war eine gute, wenn auch kein billiges Vergnügen. Duna ist aber an den beiden Tagen nach der HuTa deutlich entspannter und ruhiger. Es tut ihr gut, wenigstens an einem Tag pro Woche in Kontakt mit einer Meute zu sein, zu toben und zu spielen. Allerdings mischt sie den Laden ziemlich auf, nicht durch Aggressivität, sondern weil sie am liebsten den ganzen Tag Action haben möchte. Läuft ohne Anzeichen von Ermüdung, wenn den anderen Hunden schon lange die Puste ausgeht. Duna ist ein Energiebündel, ich hoffe, sie wird in den nächsten Jahren etwas ruhiger. Auch typisch Duna: Sie legt sich selbst mit den größten Hunden an, wird sie aber mal angegangen, ist das Wehklagen groß, meinte Simone Neufeld. Aber Duna sei immer stimmig und im Umgang freundlich.

Ein Hundefrisör tut Not. Duna zieht nach dem kalten Winter ziemlich strubbelig aus. Da muss man etwas fachmännisch gestutzt werden.

 

Nachtrag aus der HuTa.

Duna geht nun jeden Mittwoch für einen Tag in die Hundetagesstätte in Seringhausen bei Erwitte. Nicht gerade um die Ecke, aber beschert mir einen hundefreien Tag und Duna am Abend einen guten Schlaf. So hat sie wenigstens einen Tag in der Woche, an dem sie sich austoben kann und wieder in der Meute ist. Danke an Simone Neufeld von der Fellnasen-Connection für die Bilder und das Video.

 

 

Dunas erster Kontakt mit der Alme

Dunas erster Kontakt mit der Alme

Noch immer ist der Wind kühl, am Morgen sogar frostig. Dafür scheint die Sonne von einem blauen Himmel fast ohne Wolken, am Nachmittag ist der dicke Wintermantel eindeutig zu viel. Die Wälder bekommen wieder Farbe, das Gras wächst kräftig, der Raps steht leuchtend gelb auf den Feldern. Doch es soll wieder kühler und regnerisch werden, deshalb haben wir in den letzten Tagen unsere längeren Runden gedreht.

Durch die Felder um Wewelsburg

Wewelsburger Almetal zum Tudorfer Wald

Besuch bei PAD

Durch meine freiberufliche Arbeit als Redakteur und andere Aufgaben ist der Tag im Moment etwas enger getaktet. Trotzdem achte ich darauf, dass Duna ihre üblichen Runden bekommt und wir mindestens zwei bis drei Stunden am Tag draußen unterwegs sind. Sobald es wieder etwas wärmer und trockener wird, machen wir uns endlich auf den Weg in Egge und Teuto.

Tatsächlich schleift sich unser Leben ein, inzwischen ist das Dorf vertraut, viele Leute, die wir bei unseren Runden treffen und erste Kontakte bekommen. Man grüßt sich hier auf dem Dorf, anders als in Paderborn oder Elsen, die Anzahl Gesichter in Wewelsburg ist überschaubar. Durch unsere regelmäßigen Gänge im Ort kennen uns schon viele Leute. Die HuTa in Erwitte habe ich angeschrieben, damit Duna wenigstens an einem Tag in der Woche unter Hunden ist. Seit Freitag haben wir nun regelmäßige Termine bei Sabine Schnapp, unserer Hundetrainerin. Mal abwarten, wie die Rückmeldung aus Erwitte aussieht.

Zu Besuch in der Riekenbank

Zu Besuch in der Riekenbank

Ist es tatsächlich schon länger wieder April? Das Wetter passt, es regnet vor sich hin und Besserung ist erst für Dienstag in Aussicht. Ansonsten hat sich der Trend zur Vereinfachung fortgesetzt, wir konzentrieren uns auf einige übliche Runden, fahren gelegentlich mal nach Essen oder nach Salzkotten, oder nach Paderborn zum Einkaufen. Ansonsten mag Duna am liebsten vertraute Wege. Die beiden kleinen Runden am Abend durch den Burgwall und die Lange Straße entlang, die größeren Runden über Rhön und Alten Postweg ins Almetal. Es ist einfach noch nicht das richtige Wetter für größere Runden und Ausflüge. Also noch etwas abwarten.

Es war, oder ist, ein langer Winter in diesem Jahr. Zum Glück ist inzwischen die Wohnung komplett fertig, nur noch zwei Teppiche fehlen, um Schlafzimmer und Studio etwas wohnlicher zu machen. Erster Besuch war hier, Julia, Ferdi, Daniel und Nicole. Daniel und Nicole kommen im Juni zurück nach Paderborn in die Riemekestraße. Studienkreis ist wegen der chaotischen Organisation bei denen aufgegeben, eine Agentur in Norderstedt sucht einen Texter, eine andere Nachhilfeschule hat sich gemeldet. Mal sehen, was sich nun ergibt.

Nur ein halbes Jahr

Hunde-Yoga

Hunde-Yoga

Als wir in der letzten Woche, da noch kühler, aber wenigstens trocken, mal wieder durch das Almetal zogen, die Gedanken so durch die Gegend schweifend, wurde mir bewusst, dass Duna nun ein gutes halbes Jahr bei mir weilt. Mir wurde auch deutlich, wie viel sich verändert hat, bei mir, bei Duna und überhaupt. Aus dem kaum zu bändigenden Hundemonster aus dem September 2020 ist ein lieber, umgänglicher und im Rahmen der Lage gehorsamer Hund geworden. Rituale schleifen sich ein. Die letzten zehn Minuten vor dem Aufstehen kommt sie ins Bett, schlabbert mich ab und legt sich noch etwas neben mich. Mache ich mich langsam bettfertig, legt sie sich schon mal in ihr Bettchen. Wenn wir ins Haus kommen und ich sie ableine, bleibt sie unten vor der Haustür sitzen. Bis ich „Duna, hier!“ rufe und sie die Treppe hoch stürmt und sich ihr Leckerli abholt. In der Regel eine halbe Stunde zu früh kommt sie am Abend zu mir an den Schreibtisch, springt mit den Vorderpfoten auf meinen Arm und weist mich auf das angeblich nun fällige Abendessen hin. An Vokabular sind die Begriffe Futter, Leckerli und Steh hinzu gekommen. Sie schleppt ihr Spielzeug an und macht klar, dass sie nun etwas toben möchte. Durchfall hat sie seit Wochen keinen mehr gehabt, wir haben jetzt einen festen Plan an Futter und Leckerlis, alles ohne Rind und ohne Phosphate. An dieser Stelle keine Experimente mehr, außer dass ich gelernt habe, dass Duna Lamm verträgt. Genauso wie Fisch und Geflügel. Häufchen und Pfützchen kommen zu nahezu festen Zeit auf den Morgen-, Vormittags- und Abendrunden. Außer in Essen, da befeuchtet sie ganz gerne den Teppich im Wohnzimmer. Weiß der Deibel, warum. Nach gut sechs Monaten sind wir nun langsam da, wo ich schon im September des letzten Jahres gerne sein wollte. Ignorierend, dass Duna eben kein als Welpe erzogener Hund ist, sondern ein ehemaliger Straßenköter. Ich war da wohl etwas naiv, jedenfalls als heutige Erkenntnis.

Nachschub

Nachschub

Trotzdem habe ich das Gefühl, dass Duna nicht ausgelastet ist, gerade bei diesem schlechten Wetter. Wir sind doch relativ viel im Haus. Zwar liegt sie meistens auf ihrem Sofa oder in ihren diversen Körbchen, sie macht auch nichts kaputt oder nervt. Vielleicht bilde ich mir auch nur ein, es sei ihr langweilig und in Wirklichkeit genießt sie die Zuwendung und Gesellschaft, das regelmäßige Futter und das Kämmen und Bürsten. Sie hat nämlich Fellwechsel und haart im Moment ziemlich. Am letzten Montag, dem Ostermontag, waren wir bei Christel, sie hat mir gezeigt, wie man trimmt und wie man das Unterfell heraus bekommt. Sie hat mir dazu noch ein Trimmmesser und einen Rechen für das Unterfell mitgegeben. Am 24. haben wir einen ersten Termin in Bad Lippspringe bei einer Hunde-Trainerin. Was noch dringend fehlt ist eben der Rückruf, der funktioniert gar nicht, wenn sie mit irgendetwas beschäftigt ist.

Wir hoffen auf besseres Wetter, der Frühling darf jetzt mal langsam kommen.