Sonntag, 13. Dezember 2020

Duna in der Kunden-Kommunikation

Duna in der Kunden-Kommunikation

Gestern auf den Wochentag genau vor drei Monaten drückte man mir in Hamburg einen für meine Erwartungen viel zu großen Hund in die Arme. Ein wildes, kaum zu bändigendes und durchgeknalltes Tier, das mich völlig ignorierte, das nur mit gehöriger Anstrengung von drei Leuten in ein Hundegeschirr zu bekommen war. Irgendwie schaffte ich es, das Tier ins Auto zu bugsieren, bei einem Stop hinter Hamburg schleifte es mich durch das Gelände einer Raststätte und pinkelte wenige Stunden später zuhause auf meinen schönen Wollteppich. Bei einen Versuch am nächsten Tag, eine Runde durch den Nienhäger Wald zu machen, schoss es von links nach rechts, nach vorn und nach hinten. Gehen konnte man es nicht nennen, es war eher der Versuch, irgendwie auf den Beinen zu bleiben. Das Tier hatte furchtbaren Durchfall, der mich zur Verzweifelung trieb, weil ich nicht wusste, was ich dagegen tun sollte. In Erwartung, dass der Hundeschmutz irgendwo in der Wohnung landete. Ich war komplett frustriert. Was sollte ich mit diesem Tier nur anfangen? Das hatte überhaupt nichts mit der kleinen, grauen, lustigen Rennmaus gemeinsam, mit der ich davor so viel unterwegs war.  Außer vier Pfoten, einem Schwanz und Schlappohren.

Es ist dasselbe Tier, das heute Morgen um halb acht in mein Bett kam, sich an mich kuschelte, meine Hand leckte und seinen Kopf auf meinen Arm legte. Das Tier, mit dem ich nach dem Frühstück beschloss, heute die Hundeschule zu schwänzen, um uns lieber bei diesem miesen Wetter einen gemütlichen Morgen zu gönnen. Das Tier in seinem Bettchen, ich in meinem Lesesessel im Wohnzimmer mit dem neusten Buch von Bill Bryson und einem frischen Kaffee. Das Tier weiß inzwischen, was „Leckerli“ bedeutet und dass diese Dinger in der zweiten Kiste von oben im Flurregal sind. Es spricht nun mit mir, wenn es auf die andere Straßenseite möchte, wenn es noch nachsehen will, ob Bennie oder der Husky im Garten sind. Es spricht sogar zu mir, wenn die Mikrowelle piept und sein Futter mit der Moro-Suppe warm ist.

Das Tier heißt Duna. Ein Leben ohne sie kann ich mir kaum noch vorstellen. Es wird eine harte Nacht, wenn sie vor dem Umzug in der Hundepension bleibt und ich hier alleine bin. Vielleicht gehe ich dann morgens alleine raus.

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