Aua Auge

Aua Auge

Manche Tage hätte man besser verschlafen. Weil mir die Heeresleitung mehrere Bewerbungsgespräche aufs Auge gedrückt hatte, habe ich mich für einen zusätzlichen Tag HuTa für Duna entschieden. Sonst hätte sie drei Stunden am Nachmittag alleine im Büro bleiben müssen, was ich auch den Kollegen nicht zumuten wollte. Als ich sie abholte und ins Auto setzte, fiel mir ihr kaputtes Auge auf. Also wieder zu Frau Doktor, da ohne Termin dann mit zwei Stunden Wartezeit. Zum Glück ist nur das untere Lid eingerissen, wahrscheinlich beim Toben oder bei gewissen Meinungsverschiedenheiten entstanden. Zum Glück kratzt sie nicht an dem kaputten Auge, so blieb ihr ein Trichter erspart. Mir auch. Nicht Schlimmes, aber am Freitag noch mal einen Nachsorgetermin. Damit war nicht nur der heutige Nachmittag im Eimer, sondern der am Freitag wird es auch sein. Macht dann 51 Euronen.

Kaum zuhause, nur um vor dem nächsten Gang etwas zu Abend zu essen, landete wieder ein Pfützchen auf dem Teppich, obwohl sie noch kurz vor der Behandlung vor der Praxis auf der Wiese war. Ich hatte schon gehofft, dass die regelmäßigen Runden alle zwei Stunden das Thema erledigen könnten. Ist wohl so nicht, auch wenn die Ausrutscher nur gelegentlich und immer seltener passieren.

Morgen geht Duna mit ins Büro, zum Ausgleich für heute und damit die Schwellung erst einmal zurück geht. Also erst am Freitag wieder HuTa. Dann hoffentlich ohne weitere Schäden.

Das war Dunas Abreise aus Katalonien, habe ich vorhin gefunden. Das ist eben Duna, hibbelig, wibbelig, immer in Action und kaum zu beherrschen. Inzwischen ist es schon besser, sie versteht einige Kommandos und geht auch einigermaßen an der Leine. Kein einfacher Hund. Zugleich ist sie eine liebe Seele und bringt mit ihrem Blick Eisberge zum Schmelzen.

Duna an der Dubois-Arena

Duna an der Dubois-Arena

Dunas Darmerkrankung hat sich dank Medikamenten und Schonkost schnell wieder gebessert. Der Freitag vor diesem Wochenende war etwas hektisch, denn es war viel zu erledigen, inklusive Schonkost-Kochen fürs Wochenende und Abliefern der Häufchenproben bei der Tierärztin. Dann kam das erste neue Reisewochenende. Am Samstag ging es zum Besuch der Family in Essen, um Duna vorzustellen. Und nebenbei noch um für meine Mutter die Steuererklärung zu machen. Abgesehen von einem Monsterstau in Hannover und sagenhaft schlechtem Wetter im Ruhrgebiet eigentlich alles normal. Und auch wieder nicht, denn dieser Besuch war schon aufwändiger und anstrengender als früher. Aufgrund des Staus waren wir spät dran, zu spät fürs Mittagessen in Essen, so dass Duna nun schon einmal Bielefeld kennengelernt hat. Leider hatte ich mein Handy im Auto gelassen, weshalb es keine Beweisfotos von Duna in Bielefeld gibt. Wo wir eine Mittagspause einlegten. Auch hier im Restaurant in der Altstadt bestes Benehmen, sie lag ganz still neben mir, nur eben als die Pizza kam, musste die mal kurz gecheckt werden. In Essen hat sich Juna dann wie inzwischen fast gewohnt sehr gut benommen, keine Unfälle mit Pfützchen, ein Garten für den schnellen Austritt am Morgen, dazu noch zwei längere Runden durch die Umgebung in Schönebeck und Borbeck. Auch der Besuch bei meiner Freundin Annette verlief problemlos, nachdem wir die Meisenknödel weggeräumt hatten. Danach hat sich Duna auf eine Decke neben Annette gekuschelt und geschlafen. Zwar hatte ich Duna bei meiner Mutter in einem großen Sessel ein schönes Nest gebaut, aber sie zog es vor, am Fußende meines Bettes zu schlafen. Wenigstens schläft sie sehr ruhig, auch wenn ein gutes Fünftel des Bettes eben vom Hund belegt war.

Also mal wieder Business as usual, und auch längere Strecken fahren kein Problem. Nur die Mauselöcher in den Wiesen bei den Raststätten können nervig werden, weil jedes einzelne genau untersucht und beobachtet werden muss. In diesem Monat beginnt wieder eine Hundeschule bei Simone. Ich hoffe, ich bekomme da einige Hilfestellungen.

Duna am Schloss Borbeck

Duna am Schloss Borbeck

Zeit ist relativ

Mit Duna hat sich mein Tagesablauf ziemlich verändert. Ohne die reduzierte Arbeitszeit würde ich viele Dinge, die mir wichtig sind, nicht hinbekommen. Der heutige Tag (Montag) als Beispiel. Normalerweise wäre ich um 07:15 aufgestanden. Also ohne Hund.

06:30 Aus der Koje, erste Hunderunde.
07:00 Frühstück für Duna und Rainer, fertig machen fürs Büro.
08:00 Duna bei Simone in Adelheidsdorf abliefern, weiterfahren nach Laatzen, Ankunft dort 08:35.
15:00 Schicht im Schacht, zurück nach Nienhagen.
15:30 Für Dunas Schonkost einkaufen und andere Erledigungen.
16:15 Duna bei Simone abholen, ausgiebige Hunderunde im Nienhäger Wald. Duna durchbürsten.
17:30 Abendessen für Duna, danach etwas später Abendessen für Rainer, Hundehaare auffegen.
18:30 Dunas Essen kochen, spülen, aufräumen.
19:30 Vorletzte Hunderunde durchs Dorf. Prüfung: Duna an der Dönerbude vorbei bekommen.
21:00 Das ist jetzt.
21:45 Letzte Hunderunde für heute.
22:30 Frühstmöglicher Schluss.

Alles eingekauft für Hundi-Schonkost

Alles eingekauft für Hundi-Schonkost

Kaum hat sich der Radiowecker um 6:15 Uhr eingeschaltet, macht Duna den Aufstand, fiept und bearbeitet mich. Ich schließe daraus, dass sie dringend raus muss, was ja ein gutes Zeichen wäre. Nach der anfänglichen Unsauberkeit. Leider schaffe ich es nicht mal bis ins Badezimmer und Duna nur bis ins Wohnzimmer, als sie den Durchfall nicht mehr halten kann. Ein Hoch auf den Teppichreiniger, der tatsächlich die Flecken wieder einfach heraus bekommt und sogar den Geruch. Dabei sitzt das Hundi mit traurigem Gesicht neben mir und begutachtet die Reinigungsprozedur. Es scheint, als wenn es ihr hochnotpeinlich war. Andererseits habe ich in meinem Leben schon so manche Unterhose entsorgen müssen, zum Beispiel als ich noch nicht wusste, dass ich Weizenprotein in Backwaren nicht vertrage. Immerhin ist das selbst gekochte Futter deutlich billiger als das Zeug der Industrie. Dazu ohne irgendwelche Chemie.

So haben wir heute nach dem Büro mal wieder Frau Dr. Thiele-Fischer besucht. Nun hieß es erst einmal Dinge einkaufen, die ich seit 16 oder 17 Jahren nicht mehr angerührt habe, es gibt ab jetzt wieder drei Mal am Tag Schonkost, Hühnchen mit Reis und Karotten. Noch zwei Tage Kot sammeln für das Labor und wir wissen dann wohl, was schief läuft. Hoffentlich wird der nächste Morgen wieder etwas entspannter. Morgen ist wieder HuTa-Tag und Duna bekommt ihr Mittagessen mit zu Simone. Die Tierärztin hat nämlich empfohlen, das Futter auf drei Mahlzeiten zu verteilen. Teppich reinigen, für das Hundi einkaufen, zum Tierarzt fahren, Futter kochen, Töpfe und Messer spülen. Was habe ich eigentlich früher mit meiner Zeit gemacht?

Viel gemütlicher als die Körbchen

Viel gemütlicher als die Körbchen

Ein verregnetes Wochenende, an dem wir trotzdem am Morgen unsere großen Runden machen konnten, am Samstag bei Hänigsen, am Sonntag rund um Nienhagen und Nienhorst. Am Samstag fing es schon auf den letzten Metern vor dem Auto an zu regnen, zum Glück nur wenig. Ab dem Mittag dann Dauerregen, Duna mag Regen überhaupt nicht und verweigerte sich selbst einer kleinen Runde auf dem Aueweg. Das Resultat war mal wieder ein zum Glück kleines Pfützchen auf dem Teppich. Dafür hat sie einen neuen Lieblingsplatz gefunden und belegt nun regelmäßig das Sofa. Darf sie auch, weil ich es nie nutze, eine farblich passende Decke ist schon bestellt. Abends geht sie trotzdem freiwillig mit ins Schlafzimmer.

Am Sonntagnachmittag dann Besuch aus Hamburg von Nicole und Daniel. Hightime für Duna, endlich mal Leben in der Bude, schon weil Nicole mit Duna gespielt hat, Duna genoss offensichtlich auch die kleine Runde durchs Dorf in großer Begleitung. Ab morgen geht es an drei Tagen in der Woche in die Hundetagesstätte, hoffentlich dann mit etwas Auslastung und Beschäftigung.

Ein Hund ist ein Hund ist ein Hund

Duna ist erst der zweite Hund, den ich nach Juna näher kennenlerne. Um dann festzustellen, dass zwischen Hunden Welten liegen können. Während man Juna noch bequem auf den Arm nehmen kann, ist das bei der mehr als doppelt so schweren Duna nur noch mit Mühe zu stemmen. Schon wegen der Größe. Wenn Duna zieht, oder eben das Gegenteil und steht, ist sie so gerade eben noch zu halten oder zu bewegen. Ihre Pfoten passen zur unbändigen Kraft dieses Hundes. Was mit einem ziemlichen Anspruch an Bewegung einher geht. Duna braucht die Action und die Beschäftigung, kein Sofahund, kein wirklicher Wohnungshund. Toben in der Wohnung geht mit Rücksicht auf die Nachbarn gar nicht.

Punkt zwei ist Dunas hohe Intelligenz. Sie lernt Wege und Geschäfte nach nur einem Besuch kennen, ist ständig in ihrer Umgebung präsent, beobachtet alles genau, was um sie herum vorgeht. Immer wachsam, immer interessiert. Doch die Sache hat Nachteile. Duna braucht Anspruch und Aufmerksamkeit, langweilt sich schnell. Sie kann sehr stur und starrsinnig sein, versucht ihre Sache durchzusetzen. Durch ihre Offenheit und Freundlichkeit ist Duna einmal ein pflegeleichter Hund, auf der anderen Seite bräuchte sie eigentlich mehr Aufgaben und Beschäftigung, als ich ihr das im Moment bieten kann. Mal sehen, wie sich die Geschichte weiter entwickelt.

Nur echt mit der Nienhäger Hundemarke

Nur echt mit der Nienhäger Hundemarke

Duna ist nun amtlich ein Hund der Gemeinde Nienhagen.

Es wird Zeit, dass diese Woche vorüber geht. Zwar benimmt sich Duna im Büro vorbildlich, meldet sich inzwischen sogar, wenn sie raus will. Aber es ist doch ziemlich langweilig hier und ab Montag geht es endlich in die Hundetagesstätte bei Simone Drechsler in Adelheidsdorf. Weil sie tagsüber so gar nicht ausgelastet ist, geht am Nachmittag die Luzy ab. Da nützt auch eine längere Runde nichts mehr. Deshalb werden am Abend meine Schuhe durch die Gegend getragen, der Teppich aus dem Flur mal eben ins Schlafzimmer geräumt oder sie holt sich eine leere Ablage aus dem Regal im Arbeitszimmer. Eine wenigstens vorübergehende Ablenkung ist dann ein Kauknochen. Außer dass sie an Teppichen die Fransen abkaut, macht sie nichts kaputt. Wohl eher eine Folge der Langeweile, das wird sich nach dem nächsten Wochenende zum Glück ändern. Bei Simone werden die Hunde nicht einfach verwahrt, sondern sind im Gelände unterwegs oder es wird gespielt. Dementsprechend
ausgelastet kommen sie am Nachmittag zurück ins traute Heim.

Duna mag Musik. Als am Morgen in WDR 5 ein bestimmtes Lied gespielt wurde, beobachtete sie eine ganze Zeit den Echo in der Küche. Sie schien tatsächlich zuzuhören. Wenigstens hat sie einen ganz guten Geschmack.

Business as usual.

Theorie und Praxis

Schon wieder so ein doofer Bürotag

Schon wieder so ein doofer Bürotag

Natürlich habe ich, wie bei mir üblich, Bücher über Hunde gelesen. Über Ernährung und Erziehung, über Haltung und Pflege. Wie so oft, sind manche Ratschläge das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt wurden, oder so trivial, dass man dazu kein Buch braucht. Jedoch schon diese ersten zehn Tage zeigen, dass jeder Hund ein Einzelfall ist, mit seinen jeweiligen Charaktereigenschaften, Vorlieben und Abneigungen. Ein Hund ist eben auch nur ein Mensch, bei Duna scheinen die Autoren dieser Bücher völlig zu versagen. Kaum eine von den gut gemeinten Anweisungen funktioniert. Manche Dinge dagegen macht sie ohne viel Aufwand. Wenn sie zum Beispiel gut läuft, reicht ein Fingerzeig oder ein Wort und sie biegt ab. An Weggabelungen bleibt sie stehen und schaut mich an, wohin wir jetzt gehen sollen. Das Kommando Sitz lernen mit einem Leckerli in der Hand ist völlig überflüssig, hat man ein Leckerli in der Hand, setzt sie sich immer hin. Sind wir in der Stadt und ich bleibe stehen oder setze mich, legt sie sich von selbst ab. Im Büro
benimmt sie sich vorbildlich.

Ein Hund auf weiter Flur

Ein Hund auf weiter Flur

Dann wieder bricht der Beagle mit seiner Sturheit hemmungslos durch. Gestern lag sie immer wieder in meinem Bett, alles Schimpfen nutzte überhaupt nichts, zwei Minuten später lag sie wieder drin. Wobei sie das Oberbett zurück geschoben hatte, ganz ordentlich. Beim Herumkauen auf ihrer Leine nutzt kein Schimpfen und Anpfeifen, nur ableinen. Dann wieder reicht ein einziges normal gesprochenes Halt an der Ampel und sie steht wie eine Eins. Überhaupt hält sie wohl Schimpfen für eine besondere Form der Zuwendung, das Schwänzchen wackelt heftig. 80% von dem, was ich in den Büchern gelesen habe, funktioniert bei Duna entweder gar nicht oder kontraproduktiv. Juna war dagegen viel pflegeleichter, eventuell, weil sie Kommandos und Anweisungen schon als ganz kleiner Hund gelernt hat. Zum Glück habe ich Simone, mit der ich solche Themen mal ansprechen kann. Ansonsten ist meine Erfahrung, dass man das Geld für Bücher über Hundeerziehung besser in Leckerlis oder Wein investiert. Denn dein Hund ist
garantiert immer anders als die in den schlauen Büchern.